Die preisgekrönte britische Sängerin RUMER kehrt mit ihrem neuen Album „NASHVILLE TEARS“ zurück

In der südamerikanischen Folklore spricht man häufig von „Songcatchers“: Personen, die eine spirituelle, fast übernatürliche Verbindung zur Musik besitzen. Sie hüten wichtige Lieder und geben ihnen ihre Stimmen, hauchen ihnen Leben ein und sorgen dafür, dass sie in Erinnerung bleiben.

Rumer tut genau dies. Von der britischen Sängerin geschriebene Lieder wie „Slow“ und „Aretha“ machten sie zu einem weltweiten Millionen-Seller, aber sie hat auch einen untrüglichen Instinkt für die Arbeit anderer. Bei „Nashville Tears“ taucht Rumer in den Katalog von Hugh Prestwood ein, einem Songwriter, der von seinen Kollegen außerordentlich geschätzt wird. „Nashville Tears“ ist ein Album zum Genießen und sammelt fünfzehn der besten Songs von Prestwood, von denen viele bisher noch nie aufgenommen wurden.

Ein Musikwissenschaftler würde sagen, dass „Nashville Tears“ eine Aussage über die Entdeckung und Interpretation der Songs macht, wie Jennifer Warnes es auf ihrem Album „Famous Blue Raincoat“ mit Stücken von Leonard Cohen oder Harry Nilsson auf „Nilsson Sings Newman“ tat. Ein Kritiker könnte anmerken, dass Rumers intime Darstellung und emotionale Stärke auf dem Album den Einfluss anderer Künstler offenbart, die sie bewundert: Linda Ronstadt, Art Garfunkel, Judy Collins. Diejenigen, die in Rumers Alben „This Girl’s in Love“ (A Bacharach & David Songbook) und „Boys Don’t Cry“ (aus den Katalogen männlicher Songwriter der 70er Jahre) schwelgten, werden wieder einmal von ihrem exquisiten Geschmack profitieren.

Dennoch kann man sich fragen, wie eine britische Chanteuse dazu kam, das Werk einer in Texas geborenen New Yorkerin aufzunehmen, die in der Nashville Songwriters Hall of Fame steht…

Mehrere Jahre lang war Rumer im Süden Amerikas zu Hause – in der bewaldeten Gegend von Nordwest-Arkansas. In dieser Zeit widmete sie sich ihrer Mutterrolle und nahm sogar einen Teilzeitjob in einem örtlichen Friseursalon an. Obwohl sie ihre Zeit außerhalb des Rampenlichts genoss, war ihr Wunsch, wieder Musik aufzunehmen.

“After having a baby, I was living very quietly in rural Arkansas and my husband was away a lot on tour,” she says. “I got lost in laundry and housework and sleepless nights. I just wasn’t able to find the space to write and I wasn’t sure when I would be able to again.”

Rumer hatte dramatische Veränderungen in ihrem Leben erfahren, seit ihr Debütalbum „Seasons of My Soul“ von 2010 in Großbritannien und Irland mit Platin ausgezeichnet wurde. Ungeachtet der Veränderungen im Leben war die tief sitzende Sehnsucht der Sängerin nach musikalischer Entdeckung eine Konstante während ihrer gesamten Karriere, die sie schließlich auf die Suche nach verborgenen Perlen nach Nashville führte.

Das Ergebnis ihrer Suche wurde „Nashville Tears“, dass seine Existenz dem langjährigen Wunsch Rumers verdankt, die traurigsten aller traurigen Lieder zu finden, die Music City zu bieten hatte.

“There are so many wonderful songs that don’t get the attention they deserve and I wanted to find them,” she says.

Beim Durchstöbern von Hunderten von Demos fand Rumer jedoch nicht, was sie suchte. Dann schickte ihr der „Nashville-Tears“- Produzent Fred Mollin „Oklahoma Stray“, ein Lied von Hugh Prestwood über eine Katze, die so misshandelt wurde, dass sie menschlichen Kontakten gegenüber misstrauisch geworden ist. Als ein zweiter Prestwood-Song einen ebenso starken Eindruck hinterließ, bat sie darum, seinen gesamten Katalog zu hören.

Da entdeckte Rumer, warum transzendente Sängerinnen wie Alison Krauss, Trisha Yearwood und Judy Collins in seinen Bann geraten sind. Sie hörte die Lieder, die Prestwood die Aufnahme in die Nashville Songwriters Hall of Fame einbrachten – Standards wie „That’s That“ (ein Hit für Michael Johnson), „Ghost in This House“ (Shenandoah und später Krauss) und „The Song Remembers When“ (Yearwood). Sie hörte die Stücke, die niemand zuvor gehört hat, und wollte ihnen eine Stimme geben. Sie hörte die „Magie“ von Prestwoods Werk und fand, dass es ein ganzes Album erforderte.

„Nashville Tears“ ist nicht unbedingt ein Country-Album. Es ist eine britische Sängerin, die im amerikanischen Süden eine kreative Erneuerung findet, ähnlich wie Dusty Springfields „Dusty in Memphis“ oder Rod Stewarts „Atlantic Crossing Sessions in Muscle Shoals“. Ein großer Song ist ein großer Song, unabhängig von der Art des Arrangements, in das er verpackt ist.