Das passiert, wenn Clueso mit Teddy Teclebrhan nach Ibiza fliegt..

Alle mal kurz die Handys weg. Wenn am 07. August die neue Clueso-Single »Flugmodus« erscheint, geht dieser seltsame Sommer der gegensätzlichen Gefühle erst richtig los.

Die gute Nachricht: getanzt werden darf trotzdem.

Neulich ist Clueso gemeinsam mit Teddy Teclebrhan nach Ibiza geflogen, um ein Video zu seiner neuen Single »Flugmodus« zu drehen. Es gab weder Drehbuch noch Regisseur und am Flughafen trafen sie Jesus Christoph. Jesus war schwer in Ordnung, also nahmen sie ihn mit – und später in Geiselhaft.

So oder so ähnlich könnte dieser Text beginnen, es wäre sogar kaum geflunkert: Das Video – besser: der Kurzfilm! – zur neuen, in diesem Jahr bereits dritten Clueso-Single »Flugmodus« ist tatsächlich in Ibiza entstanden und neben Clueso spielt darin vor allem der Comedian und Schauspieler Teddy Teclebrhan eine tragende Rolle. Und ja, der dritte Protagonist sieht ein bisschen nach Jesus aus und wurde spontan am Flughafen rekrutiert. Ein skurriler Auftakt zu einem besonderen Dreh auf einer coronabedingt fast leeren Insel also, für den die Herausforderung darin bestand, einen Song zu illustrieren, der von Gegensätzen lebt: Leben auf der Überholspur vs. alles verschlingende Sehnsucht, Übermüdung vs. Aufgekratztheit, Sommerhit vs. meditative Introspektion.

Das Beste:

Clueso bringt all diese Ebenen nicht nur zusammen, »Flugmodus« verdankt diesen Gegensätzen auch jene Zeitlosigkeit, die große Songs von schnellen Hits unterscheidet.

»Ich wollte den Leuten etwas aus meinem Leben geben, das wirklich passiert ist«, sagt Clueso, »einen Sommersong mit ein bisschen Hirnschmalz, nicht nur Jetski und los.«

Passiert ist folgendes: Nachdem er die Musik für »Flugmodus« gemeinsam mit dem aus Sebastian Arman und Joacim Persson bestehenden Produzenten-Duo DECCO in Wien geschrieben hatte – mit den beiden hatte Clueso Anfang des Jahres bereits an seinem Hit »Sag mir was du willst« gearbeitet –, erinnerte Clueso sich für den Text an eine Reise nach Los Angeles. Es war die Zeit vor Corona: Clueso schrieb und produzierte neue Songs, tausend Pläne, zig Projekte, immer unter Strom, immer unterwegs – Flugmodus als Dauerzustand. In Los Angeles war der Modus indes eher: keine Termine und leicht einen sitzen haben, und trotzdem war da gleichzeitig diese Tristesse, das Surreale, das diese Stadt bisweilen ausstrahlt. Jede Mülltonne erinnert an Hollywood-Fernsehen aus der Kindheit, dunkle Abgründe unter unwirklich blitzblanken Oberflächen, »scharfe Sonnenkannten«, wie Clueso das nennt.

Und als er dann nachts alleine auf einer dieser absurden »California King Size«-Matratzen lag, wie es in »Flugmodus« heißt, kam alles zusammen: Euphorie und tiefe Sehnsucht, Jetlag und dieser ganz besondere Adrenalin-Kick, der sich aus chronischer Übermüdung ergibt. Das alles floss nun in einen Song, der in ganz besonderer Weise zu den vorangegangenen Singles »Sag mir was du willst« und »Tanzen« passt: Der Clueso von 2020 ist ein unermüdlicher musikalischer Forscher, der viel wagt und auch hier wieder gewinnt, weil seine künstlerische Signatur stark und einmalig genug ist für sämtliche Experimente.

All diese Ebenen gehen nun im Video auf, in dem wir einen neuen Tanzstil kennenlernen, die Geisel überwiegend gut behandelt wird, vermeintliche Nebenschauplätze zu zentralen Motiven werden und andersherum.

Es geht um Freundschaft, Zusammenhalt, Liebe. Und das ist ja genau der Spirit dieses wunderbaren Songs, in dem Clueso mit spielerischer Leichtigkeit Wien, Los Angeles und Ibiza mit der seltsamen Atmosphäre der Zeit, in der wir leben, zusammenbringt.