RINA & ihre neue Single „Nur du (Samo ti)“

Kennt ihr schon die wundervolle RINA?

Vor einigen Wochen veröffentlichte sie ihre erste Single „Tanze alleine“ und wie es alleine bis zu diesem Punkt kam, klingt wie eine eigene version des American Dream: Auf ihrem Instagram Account mit gerade mal 100 Followern lud die damals 19-jährige mit bosnischen und Kroatischen Wurzeln immer Videos hoch – bei einem dieser Videos markierte sie einen der bekanntesten deutschen Rapper: Nimo.

Und dass der wirklich antwortete und auf Rina aufmerksam wurde – kann sie wohl bis heute kaum glauben.

Sommer in Kroatien: so könnte man die die neue Single von Rina prägnant zusammenfassen. Die gebürtige Frankfurterin, mit kroatischen und serbischen Wurzeln, hört man nach ihren hauptsächlich bisher auf Deutsch veröffentlichten Stücken hier nun erstmalig auf Kroatisch singen. Die Debütsingle der 19-jährigen Newcomerin „Tanze Alleine“ sorgte ordentlich Aufmerksamkeit im Juni und begeisterte Fans, Künstler und Medien gleichermaßen, nicht zuletzt auch wegen der starken Message von Emanzipation und Body Positivity. In der jetzt neu erscheinenden Single „Nur Du (Samo Ti)“ spricht Rina über eine Liebe, nicht unbedingt nur zu einem Mann, sondern auch zu sich selbst. Darin enthalten ist ein Appell daran, das Leben und alle möglichen Gegenströme etwas gelassener anzunehmen. Der Song ist auch eine echte Liebesbotschaft an ihre zweite Heimat in Kroatien; viele Sommertage hat sie hier verbracht und einen Song auf Kroatisch (oder zumindest zur Hälfte) zu machen war schon immer ihr Wunsch, um somit ihre Wurzeln zu würdigen.

Alles über RINA

Für die meisten Menschen ist die Zeit nach den Abiturprüfungen eine der entspanntesten und schönsten in ihren Leben. All der Stress der letzten Monate fällt von einem ab, es ist endlich Frühling und man hat alle Zeit der Welt, das mal so richtig schön auszukosten. Ausschlafen, Frühstücken um 14 Uhr, Freunde treffen – einfach mal die Leichtigkeit des Seins so richtig auskosten. Rina ist aber nicht wie die meisten Menschen. Für die 19-Jährige mit kroatischen und bosnischen Wurzeln ging es direkt von der Abiprüfung ins Studio. Der „Luxus“, einfach mal nichts zu tun, ist einem aufsteigenden Star am Deutschrap-Firmament nämlich nicht vergönnt. „Andererseits haben die meisten Menschen aber auch nicht den Luxus, ihren Traum leben zu dürfen“, wendet Rina ein. Facts. Und Rinas Traum, Musikerin zu werden, geht gerade so richtig los. Das ist auch ein Fakt.

Wie es dazu kam, klingt wie eine moderne Version des American Dreams „vom Tellerwäscher zum Millionär“ oder eben in Rinas Fall vom Instagram-Nobody zum Protégé eines der erfolgreichsten Rapper der deutschen Musiklandschaft: Nimo.

Auf ihrem Instagramkanal, der damals gerade mal 100 Follower hatte, postet Rina Videos von sich selbst, bei denen man im Hintergrund ihre Songs hören konnte. Damals nahm sie die noch nicht im Highclass Studio von Nimo auf, sondern in einem Frankfurter Jugendzentrum. Bei ihrem dritten Video, das sie auf der Plattform hochludt, markierte sie dann einfach mal auf gut Glück Nimo. Entgegen aller Erwartungen antwortete er. Nach gerade mal einer Stunde. Seine Antwort lautete, Zitat Rina, die bis heute den exakten Wortlaut wie aus der Pistole geschossen runterbeten kann: „Was geht Schwester? Hast du einen Deal?“ Ihre Antwort damals: „OMG, ist das dein Ernst? Ich hab 100 Follower!“

Kurze Zeit später traf man sich – Frankfurt als gemeinsame Homebase machte eine Zusammenarbeit sehr einfach – und ging zusammen ins Studio. Rina zeigte Nimo ihre Songs made in Jugendzentrum und der war begeistert. Überwältigt sogar. Ab diesem Zeitpunkt war Rina fest unter Nimos Flügel geklemmt und verpasste keine Studiosession. Zwei Features für Nimos letztes Studioalbum „Nimoriginal“ entstanden, erste eigene Songs wie „Tanz alleine“ wurden aufgenommen und ein Deal mit Epic Records wurde unterschrieben.

Dass Rina eines Tages Musikerin werden würde, war schon früh abzusehen. Während andere Kinder mit ihren Geschwistern und Freunden die Langeweile beim Verstecken- oder Playstationspielen vertreiben, tanzte young Rina zu Missy Elliott auf dem Küchentisch, brachte sich selber Gitarre bei oder schrieb Gedichte. Später kam noch das Klavier dazu. In diesem Jahr will sie vielleicht noch die E-Gitarre mit in ihr Repertoire mit aufnehmen.

Rina hat eine Gabe. Das sagte ihr ihre Mutter schon von frühster Kindheit an immer wieder und tut es auch noch heute. Als Rina alt genug war, um ihren Eltern zu erklären, sie wolle Musikerin werden, also so wirklich ernsthaft, fiel deswegen auch nie der obligatorische Elternsatz: „Willst du nicht vielleicht lieber etwas Anständiges machen?“ Nein. Rina musste Musikerin werden. Das war allen klar. Ihr selbst, ihren Eltern und seit einiger Zeit nun auch Nimo.

Die paar Hörproben, die es bisher von der Frankfurterin zu hören gibt, reichen auch schon, um zu erkennen, dass Rinas Mama Recht hatte: Sie hat eine Gabe. Wenn mans genau nimmt, hat sie sogar zwei. Nicht nur bezaubert sie mit ihrer unglaublich soften Singstimme, sondern auch ihre Rapskills können sich sehen, aka hören lassen. Wie ihre größte Inspiration Beyoncé wohnen Rina zwei Künstlerpersönlichkeiten inne. Da wäre einmal die süße, emotionale R’n’B-Rina, die mit ihrem butterweichen Gesang unsere Gehörgänge ölt und da wäre die Sasha Fierce in ihr, deren Selbstbewusstsein sich mit jeder einzelnen gerappten Bar manifestiert und dem Hörer signalisiert: „Mir ist absolut egal, was alle anderen von mir denken und das sollte es dir auch sein!“ Rina ist ein emotional Gangsta.

Ihr kommendes Album könnte also ohne Übertreibung eines der spannendsten Projekte der deutschen Musiklandschaft in diesem Jahr werden. Denn Rina scheint einfach alles zu können: singen, rappen und Texte schreiben – bei denen sie übrigens keinerlei Hilfe annehmen möchte. Weder von Nimo, noch von Ghostwritern. Nicht mal Ideen lässt sie sich geben. Ihre Unabhängigkeit im Texten geht sogar so weit, dass sie nicht einmal im selben Raum mit anderen Leuten sein will, wenn sie schreibt. Dazu verzieht sie sich immer noch wie früher, als sie noch im Jugendzentrum aufnahm, am liebsten in ihr Zimmer oder Auto und schreibt drauf los. Gleichzeitig will sie aber auch immer mehr lernen. Beats bauen zum Beispiel, um irgendwann einfach alles komplett in Eigenregie machen zu können.

Dieser Mix aus noch rohem, unverbrauchten Talent, Ehrgeiz und dem wilden Hunger, endlich der Welt zeigen zu können, was man alles drauf hat, ergibt diesen Zauber, den Rinas Musik in jeder Note versprüht und der jetzt schon andeutet, dass Rina kein One-Hit-Wonder, sondern eine ernst zunehmende Künstlerin der deutschen Musikszene werden wird.

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