Emo-Hymne für die Generation Verlustangst: australische Alternative-Rap-Band Triple One veröffentlicht „Salina“

Kurz vor Release des mit Spannung erwarteten Debüts, veröffentlicht die australische Alternative-Rap-Band Triple One das neue Video zur Single „Salina“. Die aus Sydney stammende Formation verbindet Headbanger-Hymnen mit Emo-geprägten HipHop-Balladen und bedient sich dabei zwanglos im großen Genreteich. Schon auf Touren als Vorband für Rich Brian, Smokepurpp oder Lil Xan hat das Quartett um den Sänger Lil Dijon, die Rapper Marty Bugatti und Obi Ill Terrors und Produzent Billy Gunns eindrucksvoll bewiesen, warum sie weltweit aktuell zu den beliebtesten Bands aus Down Under zählen.

Nach dem mit Gold-zertifizierten Song „Butter“ und der intimen Loner-Hymne „Loverose“ droppt jetzt „Salina“, die zweite Single aus der LP „Panic Force“, die Ende Oktober erscheint. Gut anderthalb Monate vor Release ihres Debütalbums kehren Triple One auf „Salina“ ihren Kampf gegen innere Dämonen auf einem melancholischen Indie-Downer nach außen, der Linkin Park genauso viel schuldet wie Lil Peep. Producer Billy Gunns hatte die süßlichen Piano-Strukturen bereits im letzten Jahr nach der Europa-Tour von Triple One während eines Italien-Urlaubs produziert. Entsprechend ist „Salina“ benannt nach der italienischen Insel gleichen Namens.

Aufstieg und Verfall zwischen Emo-Rap und Nine Inch Nails

Doch von Urlaub ist hier wenig zu hören. „Salina“ ist ein schauerlicher Gänsehaut-Moment von Alternative-Rap-Hymne mit seinem voluminösen Bass, den energetischen Percussions und den großflächigen Gitarren-Harmonien in bester 2000er-Emo-Rock-Manier. „Satan´s at my doorstep, welcome or ignore it / Leave it for the morning, crying for a calling“, wird hier die beklemmende Suche nach einem Ausweg in der charismatischen Hook von Lil Dijon heraufbeschworen. Es geht um die Frage: Wie finde ich die Balance zwischen beruflichem Erfolg und privatem Glück?

Im geradezu gespenstischen Video wird der innere Zwiespalt zwischen Freud und Leid von Erfolg in moderiger Horrorkulisse visualisiert. Insekten, ausgestopfte Tiere und andere Zeichen des unkontrollierbaren Verfalls symbolisieren in einer herrschaftlichen Villa, wie nahe Aufstieg und (Ver-)Fall beieinander liegen können. Die Bandmitglieder versuchen ihrerseits dass Unaufhaltbare mit allerlei Hilfsmitteln wie Cellophan oder sakralen Ritualien abzuwenden und bedienen sich dabei einer Text- und Bildsprache, die auch Nine Inch Nails gut zu Gesicht gestanden hätte. „Salina“ ist eine salzige Tränen-Hymne für die Generation Verlustangst.

Von Underground-Rap bis Indie-Poprock

Mit einem Fuß im Rap-Underground von Sydney und dem anderen in der westlichen Indie-Szene, sind Triple One unmöglich zu kategorisieren und noch schwerer zu ignorieren. Raps von Marty Bugatti und Obi Ill Terrors treffen auf melodische Hooks von Lil Dijon, während Billy Gunns die graustufigen Produktionen dazu entwirft.

Es ist ein Klangexperiment zwischen hart, weich und allem, was dazwischen liegt. Die Wurzeln von Triple One liegen im Hip-Hop, doch die Gruppe experimentiert auch mit Metal, Emo, Pop, Punk und R&B. Zane Lowe lobte bereits die „Brockhampton-artige Energie“ der vier, die Triple One auch bald in ihr erstes Vollzeit-Release gießen werden.