„Unconditional“, bedingungslos: VAN DE FORST macht 2020 keine Kompromisse, VÖ 11.09.2020

Das muss man sich ja auch erstmal trauen, auch wenn es sich selbstverständlich anfühlt: VAN DE FORST macht Pop mit starkem Country-Appeal, englischsprachig. Es gibt dafür in Deutschland keine Nische, VAN DE FORST schafft sich mit ihrem neuen Album „Unconditional“ lieber ihre eigene.

„Natürlich gehe ich ein gewisses Risiko ein, indem ich diese Art von Musik mache. Allerdings gehe ich dieses Risiko gern ein, da ich es liebe und es zugleich als eine Herausforderung nehme.“ Country-Pop. Eingängigkeit, Seele, Steel Guitar und Mundharmonika. Das ist nicht das, was man erwartet, wenn man die hübsche Frau mit den Tattoos und der blonden Mähne sieht. Aber es ging eben noch nie um das Bedienen von Klischees, sondern um das Gefühl. Man muss es gehört haben, um es fühlen zu können.

VAN DE FORST reitet keine Welle, sie schiebt sie selber an. Das ist manchmal anstrengend, aber immer lohnenswert. Das ist bedingungslos VAN DE FORST. Und auch deshalb heißt das neue Album der Sängerin und Multiinstrumentalisitin „Unconditional“, bedingungslos. „Unconditional“ ist das Ergebnis einer vieljährigen Reise, auf der die Münsteranerin so viel eingesammelt hat.

Münster in Westfalen, nicht gerade die naheliegendste Startrampe für eine turbulente, aufregende, immer mehr an Fahrt aufnehmende Reise durch die Welt des Country. Einer Musik, der in Deutschland noch nicht der übergroße Respekt entgegengebracht wird, wie im Mutterland USA. Und doch: Für VAN DE FORST beginnt hier alles, beim Stadtfest – mit „We´ve got tonight“, dem Monument des Country, unsterblich gemacht vom unvergessenen Kenny Rogers. VAN ist neun Jahre alt, als sie sich an dem Stück versucht. Es ist der schnelle Beginn des Machens und das Ende des Versuchens. Musik ist Leidenschaft und es ist ernst.

Natürlich war VAN DE FORST später in Nashville. In der „City of Music“ spürt sie über Wochen der Seele „ihrer“ Musik nach, sie zieht durch die Bars, spürt, wie die Musik lebt, was sie macht und auslöst. Das vergisst man nicht, das bekommt man auch nicht mehr aus einer Musikerin raus. Wenn du an der Quelle der Energie warst, wenn du Abend für Abend fühlen darfst, was handgemachte Musik auslöst, dann bekommst du von dieser Stadt einen Rat gratis: Achte die Musik! Begegne ihr mit Leidenschaft und Respekt. Und lege vor allen Dingen verdammt nochmal alles in sie, was du von dir geben kannst.

„Ich habe mir während meiner Zeit in Nashville so viele Bands und Musiker in Bars angehört und habe es geliebt“, erinnert sich VAN an ihre magischen Monate im Herzen der Livemusik. „Die Musiker haben ihr Publikum mitgerissen und das hat wieder so viel zurückgegeben. Es ging nur um Spaß, eine gemeinsame gute Zeit. Und genau diesen Vibe möchte ich auch transportieren.“

VAN DE FORST hat in Nashville gut aufgepasst, mit offenem Ohr und offenem Herzen. Ihr erstes Album „Lucky“ (2016) ist mehr als ein erstes Lebenszeichen: Es ist der Ausweis der eigenen Identität. Und das wird respektiert. Zu dem Album steuern Tony Carey, Billy Falcon, der schon für die Multi-Platin-Rocker Bon Jovi Songs geschrieben hat und John Parr („St.Elmos Fire“) ihre Kreativität bei, die Single „The Radio“ verdient sich ordentlich Airplay – und VAN DE FORST wird von den Wunderstimmen Bonnie Tyler und Michael Bolton in ihr Vorprogramm eingeladen.

Ihre Songs, mit denen sie nicht nur live begeistert, sondern sich auch schon wochenlang in den Airplay-Charts tummelt, bekommen ihren Schliff derweil direkt in Nashville. Ihre vor einer Stadiontour mit dem Mega-Seller Andreas Gabalier veröffentlichte Single „Paint this Town“ mixt Billy Decker, dessen Name auf über 30 Millionen verkauften Tonträgern steht, 14 Singles trugen seine Handschrift, als sie die Spitze der Billboard Top 100 zierten. Der Nashville-Stempel als Qualitätsmerkmal, die Liveauftritte vor zehntausenden Zuschauern – erst mit Gabalier, später mit Chartstürmer Ben Zucker – als Schule und Testumgebung.

Begleitet und bestärkt wird VAN DE FORST auf ihrem Weg von Beginn an von Michael Voss. Der ist nicht nur ein Rock-Veteran, der mit den Hardrockern Mad Max durch die Welt tourt, sondern vor allem ein erfahrener Produzent und Songwriter. Einer, der schon viel gesehen und erlebt hat, der seit Jahrzehnten mit dem genialen wie exzentrischen Wunder-Gitarristen Michael Schenker zusammenarbeitet und weiß, wie man Talent, Willen und kreative Energie in Songs kanalisiert. Geht es um VAN DE FORST, wird Voss regelrecht kämpferisch. Er spricht von der Vision, die VAN DE FORST hat, beschwört den langen Atem, den es braucht, wenn man sich seinen
eigenen Weg sucht. Und weiß: Dieses Album ist ein „Changing point“. Jetzt dreht sich was und VAN DE FORST steht vor einem großen Schritt.

Und so wird „Unconditional“ zu einem Album, das nicht nur die Summe aller Erfahrungen und Fortschritte ist, sondern auch eine kleine Kampfansage. VAN DE FORST würde das so nie für sich in Anspruch nehmen, aber es ist eine Absage an Schubladendenker, an Formatfetischisten und an alle, die nur eigene Erwartungen bestätigt sehen wollen. VAN formuliert das so: „‚Bedingungslos‘ bedeutet für mich die absolute Hingabe zu etwas, die bedingungslose Liebe zu etwas oder jemandem.

„Unconditional“ ist Ausdruck der bedingungsloses Liebe zur Musik. Und zwar zur Musik, die ich machen möchte.“

Vier Jahre Entwicklung stecken in „Unconditional“, persönliche vor allem. „Ich bin in dieser Zeit sehr gereift und bin mir allem viel bewusster. Das hört man auch den Songs an.“

Und einige außergewöhnliche Musiker sind bei diesem Schritt an VANs Seite. Hugh McDonald, Bassist der Multi-Platin-Seller Bon Jovi, hat tiefe Töne beigesteuert, genauso wie Bonnie- Tyler-Bassist Ed Poole und Mark Hill, der sonst mit Country- Superstar Keith Urban spielt. Bruce Bouton bedient auf dem Album statt wie sonst für Garth Brooks und früher für Kenny Rogers für VAN DE FORST die Steel Guitar.

Große Songwriter wie Janey Clewer oder Billy Falcon stellen Songs fürs Album zur Verfügung. Was für ein Vertrauensbeweis. Und alle diese wunderbaren Musiker mögen, was sie zu hören bekommen. „Ich liebe es, ihre Stimme klingt großartig“, schwärmt McDonald von „seinem“ „Hey Cowboy“, „Great song“ feiert Hill den Titeltrack und Bouton findet: „Sie klingt einfach wundervoll.“ Das größte Lob kommt aber von Dann Huff, einer der weltweit renommiertesten Studiomusiker und Produzent: „Eine großartige Produktion. Sie hat so eine beeindruckende Präsenz und es klingt wundervoll“, sagt einer, der schon mit Shania Twain und Taylor Swift zusammengearbeitet hat.

Das hört und liest man ja alles gern. Aber Namen, sind sie noch so groß, spielen keine Rolle. Es geht um Musik. Und wenn sie handgemacht ist und ehrlich, sollen auch die Besten daran arbeiten, die man bekommen kann. „Diese Leute spielen auf dem Album, weil sie ein Gewinn für jede Platte sind“, wischt Voss jeden Gedanken an seelenloses Namedropping vom Tisch. Auf diesem Album ist alles handgemacht, kein Ton kommt aus der Konserve. Das verbietet der Respekt vor der Musik und der Anspruch, etwas Wahres, Schönes zu schaffen. Alle Musiker, sagt Voss, bringen ihre eigene Farbe mit, den eigenen Strich. Das Bild aber, das zeigt am Ende VAN DE FORST.

Auch, wenn es immer vorwärts gehen soll: Auf „Unconditional“ wird auch auf wunderbare Weise ein Kreis geschlossen: „We´ve got tonight“ heißt die bisher erfolgreichste Single aus dem Album. Der Song, mit dem einst alles anfing. Es fühlt sich ganz besonders an, ihn heute wieder zu singen. Es ist so viel passiert und „We ́ve Got Tonight“ war immer dabei.“ Es ist die Erinnerung an den Anfang und gleichzeitig der Beweis: VAN DE FORST ist erwachsen geworden, sie singt nicht mehr nur Songs, sie füllt Musik längst mit Leben und Persönlichkeit. Bedingungslos.

„Mich macht es stolz, diese Welle der Countrymusik in Deutschland anzuschieben und ich bin mir sicher, dass englischsprachiger Country irgendwann in Deutschland populärer sein wird. Und dann sind wir am Start.“ Das musikalische Leben von VAN DE FORST geht immer weiter. Es spielt sich auf ihren Alben ab, auf den großen und kleinen Bühnen. Aber nicht in bequemen Schubladen oder gar auf ausgetretenen Pfaden. VAN DE FORST geht vorneweg. Nashville im Rücken, Country im Herzen, die Welt vor den Augen.

Das Album „Unconditional“ ist a b 11.09.2020 auf allen Portalen erhältlich.